Welche Arten von Barcodes gibt es?

Wählen Sie den passenden Barcode-Typ für Ihre Etiketten

Was unterscheidet einen QR-Code von einem DataMatrix-Code? Wie hängen Barcode, Scanner und die X-Dimension miteinander zusammen?

Wenn Sie Barcodes selbst gestalten, sind drei Faktoren entscheidend: die Barcode-Symbologie, die X-Dimension und die Ruhezone. Unsere Spezialisten erläutern Ihnen die technischen Grundlagen – lesen Sie weiter.

1: Barcode-Symbologie

Kurz gesagt beschreibt die Barcode-Symbologie die Art des Barcodes, den Sie verwenden. Sie bestimmt, wie Linien, Blöcke und Zwischenräume vom Scanner interpretiert werden. Es gibt verschiedene Arten von Barcodes aus denen Sie wählen können. Dazu gehören die linearen Barcodes (auch 1D-Codes genannt) wie Code 128, Code 39 und Interleaved 2/5. Außerdem gibt es 2D-Codes wie den QR-Code und den DataMatrix-Code. Die richtige Barcode-Symbologie ermöglicht ein schnelleres und präziseres Scannen. Im Folgenden stellen wir die am häufigsten verwendeten Barcodes für logistische und industrielle Etiketten vor.

Code 39

Code 128

QR-Code

DataMatrix-Code

Der Unterschied zwischen Code 39 und Code 128

  Code 39 Code 128
Typ 1D-Strichcode 1D-Strichcode
Zeichensatz Alphanumerisch (A bis Z und 0 bis 9) mit einigen Sonderzeichen Vollständiger ASCII-Zeichensatz
Anwendungen
  • Produktidentifikation
  • Rückverfolgung (Track und Trace)
  • Bestandsaufnahme
  • Distribution
  • Versand
  • Regaletiketten
  • Pharmaetiketten
  • Laboretiketten
  • LPN-Barcode-Labels
  • Palettenkennzeichnung
Merkmale 9 Elemente pro Zeichen (5 Balken, 4 Zwischenräume) 6 Elemente pro Zeichen (3 Balken, 3 Zwischenräume)
Weitere Informationen
  • Maximal 43 Zeichen, daher begrenzte Informationsdichte
  • Kodierung beginnt und endet mit einem Stern (*)
  • Wenig platzsparend bei langen Codes oder vielen Sonderzeichen
  • Standard für Lageretiketten
  • Robust im Druck, ermöglicht größere Scanentfernungen sowie höhere Genauigkeit und Geschwindigkeit beim Scannen
  • Platzsparend durch Kombination von zwei Zeichen in einem Zeichensatz

Variante von Code 128: GS1

Die internationale Organisation GS1 hat den Standard für Barcodes im Einzelhandel und in der Lieferkette definiert. Der GS1-Barcode ist eine Variante des Codes 128, die zur Produktidentifikation an Verkaufsstellen im Konsumgüterbereich sowie für die Rückverfolgbarkeit von Paletten und Waren im Logistikbereich verwendet wird.

GTIN oder UPC

Zwei Varianten des GTIN-Codes (früher EAN, European Article Number) sind weltweit auf Konsumgütern zu finden: GTIN-8 und GTIN-13. Nehmen Sie ein beliebiges Produkt aus dem Regal, dann sehen Sie diesen Code.

SSCC

Der Serial Shipping Container Code wird in der Logistikbranche für eine präzise Rückverfolgung jedes Versandartikels (Karton, Kiste, Paket oder Palette) genutzt. Dieser Code verliert seine Gültigkeit, sobald die Sendung am endgültigen Bestimmungsort angekommen ist.

Interleaved 2 of 5

ITF wird im Einzelhandel für Umverpackungen (ITF-14) eingesetzt. Dieser Code kann nur numerische Daten mit einer geraden Ziffernanzahl enthalten. Bei einer ungeraden Anzahl wird automatisch eine Null an den Code angefügt.

GS1 DataMatrix

Dies ist der standardisierte 2D-Code zur Kennziechnung pharmazeutischer Produkte. Dieser DataMatrix-Code kann auf kleiner Fläche eine große Menge an Informationen enthalten und eignet sich daher ideal für Verpackungen, beispielsweise von Arzneimitteln.

Datamatrix-Code

Der Datamatrix-Code ist ein zweidimensionaler Barcode, der aus schwarzen und weißen Blöcken (Zellen) in einer quadratischen Matrix besteht. Charakteristisch ist die schwarze L-Form, die entlang der linken Seite und der Unterkante verläuft. Darann erkennt ein Scanner den Code als Datamatrix-Code. Dieser Code eignet sich für alphanumerische Informationen und kann über 3.000 Zeichen enthalten.

Wenn Sie sich für diesen Code entscheiden, beachten Sie, dass das Verhältnis von Höhe zu Breite festgelegt ist. Dies beeinflusst die Skalierbarkeit des Codes und damit die Größe des Etiketts, auf dem er gedruckt wird.

Warum entscheiden Sie sich für einen DataMatrix-Code?

  • Wenn nur wenig Fläche für ein Kennzeichnungsetikett verfügbar ist, beispielsweise bei kleinen Komponenten, Leiterplatten (PCB) und Akkus von Mobiltelefonen.
  • Ein DataMatrix-Code bietet eine höhere Informationsdichte als ein herkömmlicher Strichcode und kann daher auf kleiner Fläche mehr Daten enthalten.
  • Die in einem DataMatrix-Code gespeicherten Informationen können mehrfach redundant codiert werden, sodass der Code auch dann noch lesbar ist, wenn er bis zu 25 % beschädigt ist.
  • Im Vergleich zum QR-Code lässt sich ein DataMatrix-Code aus größerer Entfernung scannen.

QR-Code

Ein QR-Code kann bis zu 7.089 Zeichen enthalten. Bei einer Textnotiz umfasst dies den gesamten Text einschließlich aller Satzzeichen und Leerzeichen. Dieser Barcodetyp wurde ursprünglich für Marketingzwecke in der Konsumgüterbranche eingesetzt, findet jedoch zunehmend auch Anwendung auf industriellen Etiketten (zum Beispiel auf Bauteiletiketten in der Elektronikbranche, auf Typenschildern und zur Produktkennzeichnung sowie in Laboren und der Pharmaindustrie).

Auch in der Logistik gewinnt der QR-Code als Barcode an Bedeutung, beispielsweise auf LPN-Barcode-Etiketten, magnetischen Fachbodenetiketten und Lagerplatz-Etiketten. Wie beim DataMatrix-Code ist beim Vergrößern oder Verkleinern des QR-Codes darauf zu achten, dass das Verhältnis von Höhe zu Breite stets gleich bleibt.

Warum einen QR-Code nutzen?

  • QR-Codes eignen sich ideal für Marketing-, Kommunikations- und Promotionszwecke, zum Beispiel für Links zu Websites, Dokumenten (z. B. Veranstaltungstickets), Textnachrichten mit oder ohne URL, die Weitergabe von Kontaktinformationen (digitale Visitenkarte), Telefonnummern, Terminen oder einem GEO-Standort auf Google Maps.
  • Zum Scannen eines QR-Codes sind keine speziellen Scanner erforderlich. Die Kamera jedes modernen Smartphones kann QR-Codes erfassen – im Gegensatz zu der anderen weit verbreiteten 2D-Code-Variante, dem DataMatrix-Code. Für diesen wird eine spezielle App benötigt.

Was ist der Unterschied zwischen einem 1D- und einem 2D-Barcode?

1D-Barcode

Der klassische Strichcode ist ein linearer 1D-Barcode. Von Distributionszentren bis zu Supermärkten, diese Art von Barcode ist überall zu finden und wird mit Abstand am häufigsten auf Etiketten verwendet. Dieser Barcode-Typ bietet folgende Vorteile:

Anpassbares Format
Geeignet für alle Scanner

2D-Barcode

Unternehmen, die mit Image-Scannern arbeiten, entscheiden sich häufiger für Barcode-Etiketten mit einem 2D-Code. In der Logistik- und Industriebranche handelt es dabei meist um den DataMatrix-Code. Der 2D-Code bietet gegenüber einem Strichcode (1D) einige Vorteile:

Lesedistanz
Etikettendesign

2: X-Dimension

Was ist die X-Dimension?

Der zweite Faktor, der die Größe des Barcodes bestimmt, ist die X-Dimension. Bei einem linearen Strichcode bezeichnet die X-Dimension die Breite des schmalsten Balkens im Barcode. Bei einem 2D-Code bezieht sich die X-Dimension auf die Höhe und Breite eines einzelnen quadratischen Moduls (Zelle).

Die X-Dimension wird durch die Marke und den Typ des Scanners sowie den gewünschten Leseabstand bestimmt. In der Barcode-Branche wird die X-Dimension auch als „mil-Wert“ bezeichnet, da sie in Tausendstel Zoll („mil“), gemessen wird.

Warum ist die X-Dimension wichtig?

Die X-Dimension ist entscheidend für den maximalen Abstand, aus dem der Scanner den Barcode noch präzise und schnell lesen kann. Je höher der mil-Wert, desto breiter sind die Balken des Barcodes und desto größer ist die Lesedistanz.

Es ist daher wichtig zu wissen, welchen Scannertyp – Short Range, Mid Range oder Long Range – Sie verwenden oder künftig einsetzen, bevor Sie die Barcode-Symbologie wählen und den Barcode entwerfen. Bei großen Entfernungen in Länge oder Höhe empfehlen wir die Verwendung von retroreflektiven Etiketten. Dieses Material vergrößert die Lesereichweite erheblich und erhöht die Geschwindigkeit, mit der der Scanner den Barcode erfassen kann.

Wie können Sie die X-Dimension erkennen?

Wenn Sie Ihre Barcodes selbst entwerfen, beispielsweise mit der Etikettensoftware von Loftware Nicelabel, können Sie die X-Dimension einstellen. Dazu müssen Sie zuerst den maximalen Abstand festlegen, bei dem der Barcode noch gelesen werden muss. Im Handbuch Ihres Scanners sind die Spezifikationen zur X-Dimension aufgeführt. Anhand dieser Angaben können Sie die maximale X-Dimension einstellen und das Etikettenformat bestimmen.

Um dies zu veranschaulichen, finden Sie nachfolgend ein Beispiel der mil-Werte eines Long-Range-Scanners, wie wir ihn bei ONE2ID verwenden. Sie sehen beispielsweise, dass bei Verwendung des Barcode-Typs 128 mit einem Wert von 5 mil die maximale Entfernung, bei der der Scanner den Barcode noch zuverlässig lesen kann, 17 Zentimeter beträgt.

Marke und Typ des Scanners: Zebra DS3600-SR ULTRA-RUGGED SCANNER

Barcode Mil-werte Mindestdistanz (cm) Maximale Distanz (cm)
Code 128 5 3,3 17
Code 128 20 7,1 71,1
Code 128 40 4,4 152,4
DataMatrix 7,5 4,8 15,2
DataMatrix 10 3,5 21,8

Testen Sie Ihre Scanner

Möchten Sie wissen, welche maximale Lesedistanz Ihre Scanner erreichen? Fordern Sie unser kostenloses Testdokument an. Darin finden Sie verschiedene Arten von Barcodes in unterschiedlichen Formaten, sodass Sie ermitteln können, welche Größe und welcher Barcode-Typ optimal mit Ihren Scannern funktioniert.

3: Ruhezone

Der dritte und letzte Aspekt, der die Größe des Barcodes bestimmt, ist die Ruhezone (Quiet Zone). Achten Sie beim Entwerfen eines Barcodes immer darauf, auf beiden Seiten eine Ruhezone einzuplanen. Der Barcodescanner nutzt diesen leeren Raum, um sich auf den Barcode einzustellen und ihn korrekt zu scannen. In dieser Zone dürfen Sie daher keine Texte platzieren.

Wenn die Ruhezone felt oder nicht ausreichend ist, benötigt der Scanner mehr Zeit, um den Barcode zu lesen, was den Scanvorgang insgesamt verlangsamt. Dies gilt sowohl für Strichcodes (1D) als auch für QR- und DataMatrix-Codes (2D).